Mit großer Sorge musste ich festellen, dass abermals ein Monat verstrichen ist und es angebracht sei, wenigstens ein mal mein ach so geliebtes Visum zur rechten Zeit, am rechten Ort zu beantragen und zu erneuern. Womöglich wird der Prozess sogar so überkorrekt abgewickelt, dass es für meine Person zu unterdurchschnittlich geringen zusätzlichen - im unwahrscheinlichen aber theoretisch möglichen Falle sogar keinen (!) - Strafzahlungen kommen möge.
Am Sonntag dem 01.03.2009 gegen 1700 Uhr wurde ich durch zufälliges Überfliegen meiner “Temporary Registration…” darauf aufmerksam gemacht, dass nach chinesischer Zeitrechnung die Zeit zwischen 2. Februar + 30 Tage erlaubtem Aufenthalt in China nicht der 2. März sei, sondern bereits heute um 00:00 am 1. März ich abermals die Starterlaubnis für einen Behördenmarathon bekommen hätte.
Überflüssige, altbekannte Kleinigkeiten wie etwa warten auf Unterschriften, Adressen wo die Visumsbehörde sei, kürze ich aus reiner Faulheit ab und beginne mit der Aufbruchszeit 21:00 in Richtung LuoHu zur chinesischen Grenze zu Hongkong.
Überraschenderweise verlief der Grenzübertritt bis auf wiederholte Aufforderungen meine Kopfbedeckung zu lüften, um möglichst schön auf allen Kameras sichtbar zu sein, ohne Probleme und die Fahrt von der Grenze nach Tsim Sha Tsui (Kowloon) ereignislos, was mich doch etwas stutzig machte. Könnte das der Beginn einer sorgenfreien Reise sein?
Glücklicherweise machten sich vorher recherchierte Adressen von günstigen Unterkünften mit einer schnellen Auffindung der im Titel erwähnten “Chungking Mansion”. Forschungsergebnissen zufolge sollen sich an die 200 verschiedenen Hotels in diesem Haus befinden und pro Jahr etwa 120 Nationalitäten hier nächtigen.
Meiner Befürchtung nach werden etwa die Besucher von 119 Nationalitäten beinahe saubere Zimmer haben. Jeglich der Besucher der letzten (vermutlich zentraleuropäischen) Nation fällt auf den den Namen “Disney Deluxe Hotel” mit dem schönen Zimmer im letzten Eck des Irrgartens (kann nicht Labyrinth schreiben) herein. Der indische Portier (gibt es auch andere?!?! Seit 1997 ist Hongkong nicht mehr britisch, auch nicht chinesisch… eher indisch…) führte ein relativ sauberes Zimmer vor, das nach dem bezahlen allerdings plötzlich schon vermietet war…
Die neue Unterkunft war in Größe in etwa gleich dem Vorführobjekt, also für Rucksacktouristen gerade groß genug für eben diesen… leider ohne den Touristen.
Wie immer ist auch in diesem Bild ein nur für den wirklich aufmerksamen Beobachter auffindbares Detail sichtbar. Meiner Person ist es zwar nicht aufgefallen (ich glaube es gibt gar keines!) aber irgendwo im Bild befindet sich ein Fenster. Falls es wer findet, wär es wirklich nett mir zu sagen wo es doch ist?!?!?
Die beinahe grüne Toilette und das mit Staub eingehüllte Bett wurde nach bestem Gewissen gemieden und der schnellste Weg zur Visumsbehörde auf Hongkong Island ausgelotet um den Aufenthalt auf das notwendigste zu verkürzen oder zumindest der Putzfrau Gelegenheit zu geben den Staub noch gleichmäßíger zu verteilen.
Wie auch immer der Abenplan des “Hotelpersonals” aussah, ich sollte vorher noch die Visumsbehörde finden, die sich als normales Reisebüro entpuppte, in einer Bar ein gemütliches Bier trinken, nebenbei 3 sich auf Weltreise befindliche Grazer Studenten auf einer Bartour begleiten und am Anschluss daran wieder im viel zu nüchternen Zustand in der noch immer nicht besseren Unterkunft den Schlaf zu suchen. Der Schlaf wurde auch bis zum Eintreffen des “Pagen” ausgekostet. Als dieser jedoch sein “Schlafzimmer” einrichtete, das sich als Decke vor meinem Zimmer herausstellte und mit aller Freude das Vorhandensein seiner Nasenpolypen unter Beweis stellte, war es mit meiner Freude und Schlaf vorbei.
Zum Glück nur noch 2h bis 5 Uhr… Ein schnelles Frühstück, Visum hinter mich bringen und mit an Sicherheit gehender Wahrscheinlichkeit Mickey Maus und seinen Freuden den Adieu zu sagen. Vielleicht hat ja Bugs Bunny noch eine Höhle frei….
